Architekturvision der Nachkriegsmoderne

1965 nahm die Ruhr-Universität Bochum den Lehrbetrieb auf – in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Architektur dieser ersten Universitätsgründung der Bundesrepublik ist programmatisch auf Bildungsreformen und -konzepte der 1960er Jahre bezogen und verortet sich zugleich in der internationalen Architekturentwicklung.

Die Megastruktur der Ruhr-Universität war Teil einer umfassenden Raumordnung des Landes Nordrhein-Westfalen und sollte Signalwirkung für die Umstrukturierung der industriell geprägten Ruhr-Region entfalten. Hochschulkonzepte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und mit ihnen zusammenhängende politische Steuerungsvorstellungen flossen in die Architekturkonzeption ein. So verweisen neuartige Organisationsstrukturen und experimentelle Fertigungstechniken der Betonbauten gleichermaßen auf den Geltungsanspruch der visionären Architektur. Heute stellt sich die Frage nach der Bewertung von Bauten der Nachkriegsmoderne genauso wie die der Weiterentwicklung von Hochschularchitektur. Neben Analysen der Gesamtanlage aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven geht der Band auf die Garten- und Freiraumgestaltung sowie die bedeutenden Beispiele von Kunst am Bau ein. Hinzu treten Gebäudeporträts der Alten und Neuen Mensa, der Institutsgebäude, des Hörsaalzentrums, des Musischen Zentrums sowie von Bibliothek, Audimax und Verwaltung.

Quelle: Reimers-Mann-Verlag

Richard Hoppe Sailer, Cornelia Jöchner, Frank Schmitz (Hg.): Ruhr-Universität Bochum. Architekturvision der Nachkriegsmoderne, Berlin 2015

Foto: Ruhr-Universität Bochum, Aufnahme: Hanisch