Ausstellung JPK NRW – Der Architekt Josef Paul Kleihues in Nordrhein-Westfalen

Ausstellung im Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7 in Dortmund vom 4. November 2019 bis zum 19. Januar 2020

Josef Paul Kleihues zählt seit den 1970er-Jahren zu den wichtigsten und auch international prominentesten Architekten Deutschlands: Er war sowohl als Entwerfer und Gestalter als auch als Theoretiker tätig und verstand sich zudem als Lehrer und Vermittler. Im „Baukunstarchiv NRW“ in Dortmund wurde gestern Abend (04.11.2019) die Ausstellung „JPK NRW – Der Architekt Josef Paul Kleihues in Nordrhein-Westfalen“ eröffnet, die bis zum 19. Januar 2020 kostenlos besucht werden kann.

Im Gesamtwerk des in Rheine in Westfalen geborenen Kleihues nehmen die Projekte in Nordrhein-Westfalen einen großen Raum ein. Mit der Gründung des Büros in Dülmen-Rorup 1973, das als zweites Büro der Etablierung in Berlin 1962 folgte, wurden von diesem seit Mitte der 1970er-Jahre zahlreiche Projekte im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland realisiert. Ab 1974 hatte Josef Paul Kleihues für 20 Jahre eine Professur an der damals neu gegründeten Fakultät Bauwesen der Universität Dortmund inne, wo er im »Museum am Ostwall«, dem heutigen Baukunstarchiv NRW, ab 1975 die »Dortmunder Architekturtage« und 1976 die »Dortmunder Architekturausstellungen« durchführte.

Der (Fach-)Öffentlichkeit bekannt sind bisher vor allem Kleihues‘ Projekte in Berlin aus seiner Zeit als Planungsdirektor für den Bereich Stadtneubau der Internationalen Bauausstellung in Berlin (IBA, 1979–1987) und danach. Unter dem von ihm entwickelten Konzept der „Kritischen Rekonstruktion“ wurden hier in Abkehr von der autogerechten und aufgelockerten Stadtplanung wieder der historische Stadtgrundriss, städtische Bautypologien und lokale Nutzerinteressen thematisiert.

Der im Baukunstarchiv NRW aufbewahrte Nachlass von Josef Paul Kleihues wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt, gefördert durch die LWL-Kulturstiftung, am Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Dortmund von Dr. Silke Haps und Dr. Alexandra Apfelbaum verzeichnet und wissenschaftlich bearbeitet. Als Ergebnis dieser Arbeit ist anhand von Originalquellen erstmals eine Auswahl an Projekten und Bauten von Kleihues in NRW zu sehen.

Die Ausstellung wirft nicht nur einen gezielten Blick auf das nordrhein-westfälische Schaffen im Werk von Kleihues, sondern beleuchtet einen Baustein der Baugeschichte Nordrhein-Westfalens neu.