Ernst Otto Glasmeier. Architektur – Kunst – Politik

Die Publikation »Ernst Otto Glasmeier. Architektur – Kunst – Politik« erscheint Anfang 2021. Sie beschäftigt sich mit dem architektonischen, politischen und kunstbezogenen Lebenswerk des Architekten Ernst Otto Glasmeier aus Gelsenkirchen.

Glasmeier war diskussionsfreudig und streitbar, wobei sein Engagement weit über die Architektur hinausging. So war Glasmeier für zwei Perioden im Stadtrat Gelsenkirchen für die SPD und engagierte sich vor allem in den 1960er und 1970er Jahren kommunal- und kulturpolitisch. Als lokaler Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und der Bezirksgruppe Ruhrgebiet war er in vielen Arbeitsgruppen an wichtigen Entscheidungen beteiligt und organisierte 1963 für den Bund Deutscher Architekten die Tagung „Gesellschaft durch Dichte“ in Gelsenkirchen.

Nach der Ausbildung in München und Aachen und Startjahren im Finanzbauwesen machte sich Ernst-Otto Glasmeier 1954 zusammen mit Halfmann und Drengwitz selbstständig. Wie der Essener Werner Ruhnau, der für das zeitlos schöne Musiktheater im Revier verantwortlich zeichnet, legte Glasmeier Wert auf die Integration von Bau und Kunst.
Mit dem damaligen Kulturdezernenten Hubert Lichte und anderen gehörte er zur Avantgarde-Szene in Gelsenkirchen und brachte zahlreiche ZERO- und Fluxus-Künstler wie Günther Uecker und Yves Klein oder Ferdinand Spindel nach Gelsenkirchen. Auch sein Sohn Rolf Glasmeier (1945-2003) zählt zu den bekanntesten Gelsenkirchener Künstlern. Für ihn baute der Vater ein Stadthaus an der Beckeradsdelle, das seine Vorstellungen von Architektur verkörpert und lange ein Treffpunkt der internationalen Avantgarde war.