Mit den Riesen auf Augenhöhe

Großstrukturen der 1960er und 1970er Jahre wie Verwaltungs-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Geschäftsbauten oder ganze Zentren und komplexe Anlagen befinden sich aktuell im Wandel, weil sie den derzeitigen und perspektivischen funktionalen Anforderungen nicht mehr gerecht werden oder inzwischen sanierungsbedürftig sind.

Vielfach wird schon aufgrund der Größe der Bauten und Anlagen ein Abbruch der Weiterentwicklung vorgezogen. Gleichwohl weisen zahlreiche dieser Riesen in ihrem Inneren flexible und nutzungsoffene Strukturen auf, die eine weitere Auseinandersetzung mit dem Bestand lohnenswert erscheinen lassen. Derzeit werden erste Tendenzen sichtbar, die einen neuen Umgang mit der „ungeliebten“ Nachkriegsmoderne, den sperrigen Strukturen, suchen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie die Riesen als Bausteine einer aktiven und nachhaltigen Stadtentwicklung dienen können.

Die Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege plant eine Annäherung und Auseinandersetzung mit den Riesen auf Augenhöhe. Ziel ist eine differenzierende Analyse von zehn Großstrukturen im Raum Nordrhein-Westfalen in Abhängigkeit von ihrer Nutzung, ihrer Struktur, ihrem Kontext und ihrer regionalen Prägung. Damit soll der Blick auf die Riesen geweitet und jenseits der visuellen Massivität ein Zugang zu den vielfach überformten oder vergessenen konzeptionellen Qualitäten hergestellt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung werden anschließend öffentlich dokumentiert.

Quelle: Landesinitiative Stadtbaukultur NRW

In Kooperation mit der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege.
Gefördert durch die Landesinitiative Stadtbaukultur NRW 2020
http://www.stadtbaukultur-nrw.de

Foto: Ben Kuhlmann 2016