Nachlass Friedrich Gräsel

Der Nachlass Bildhauers Friedrich Gräsel (1927-2013) liegt als Depositum im Universitätsarchiv Bochum und wird dort 2017 analytisch verzeichnet und wissenschaftlich ausgewertet. Die Großskulpturen des Künstlers prägen in ihrer minimalistischen Klarheit den öffentlichen Raum in vielen Städten Deutschlands. Gräsel verwendete für seine Plastiken, angeregt durch das industrielle Umfeld seiner Heimatstadt Bochum, industriell gefertigte Stahlelemente, die er zu freien Kompositionen zusammensetzte. Neben den freien Arbeiten hat er auch Röhrenplastiken geschaffen, die als Endrohre von Klimaanlagen technische Funktionen haben. Daneben sind auch farbig gefasste Metallskulpturen und frühe keramische Arbeiten entstanden. Die plastischen Arbeiten Gräsels sind immer von Zeichnungen begleitet.

Seit 2001 besteht die Friedrich-Gräsel-Schenkung für Wissenschaft und Kunst an der Ruhr-Universität Bochum. Die Schenkung besteht aus insgesamt 47 Plastiken und Zeichnungen aus unterschiedlichen Epochen seines Schaffens, u. a. Arbeitsfeld Herz in Zusammenarbeit mit der Medizingeschichte (Universität Heidelberg und RUB).

Gräsels Werk hält sich formal wie konzeptionell im Grenzbereich zwischen Kunst, Industriekultur und Wissenschaft auf. Dabei ist seine Formensprache und Konzeption für die hiesige Region von aktueller Bedeutung, thematisieren sie doch direkt und indirekt die Industriekultur im Allgemeinen und den kulturellen Wandlungsprozess des Ruhrgebietes im Besonderen.